
Seit dem letzten Eintrag aus Vientianne ist ne ganze Menge passiert, bzw. wir haben einiges gesehen und ordentlich Kilometer hinter uns gebracht! Wir sind erstmal in den letzten Zipfel von Laos, tief im Sueden nahe der kambodschanischen Grenze, in eine Region die sich "4000 Inseln" nennt. Der Mekong faechert sich dort in viele kleinere Arme auf und umspuelt kleine und groessere Inseln. Dort war allerdings der bisherige Tiefpunkt unserer ganzen Reise. Die, als ruhiges Fleckchen angepriesene Region, entpuppte sich als der absolute Arsch der Welt. Die Menschen dort sind sowas von gleichgueltig, gemuetlich, dass sie ausser reisanbauen und Loecher in die Luft starren irgendwie nich viel auf die Reihe bekommen. Dreck und Muell landet alles im Mekong oder direkt vor ihren Fuessen und dementsprechend sahs da aus. Nachdem wir dann, ehh schon beide mit dem laotischen Durchfall gut vertraut, nen ganzen Tag nix gegessen haben (war echt jenseits der hygienischen Schmerzgrenze), sind wir auch gleich wieder abgehauen und Richtung Savannaketh gefahren. Die Strecke in den Sueden verdient sich uebrigens die Abenteuernote 3-4, weil nicht geteert und zur Regenzeit in dementsprechenden Zustand! Der Bus war auch so ne Sache, die Enge und das ganze Zeug in Koerben und Taschen um uns rum waren nich mal das schlimmste, aber als der Busfahrer ploetzlich ne laotische Vollbremsung (Bremsweg 200 Meter bei Tempo 40) hinlegt und wildgestigulierend auf dem Boden zwischen den ganzen Taschen was sucht und dann alle Laoten ploetzlich auf ihren Sitzen stehen wurds schon ein bischen komisch. Aber nach 10 Minuten hatte er dann die 2-3m lange und armdicke Schlange gefunden, die in irgendner Kurve aus ihrem duennen Reisstrohsaecken entwischt war und wir konnten weiterfahren. In Savannaketh haben wir uns dann im vietnamesichen Konsulat unsere Visa geholt und sind am naechsten Tag ueber den Lao-Bao-Pass nach Vietnam eingereist. Unsere erste Station war dann die ehemalige Koenigshauptstadt Hue. Nachdem wir die ersten Gschaefterln in Vietnam gesehen haben waren wir dann auch ganz froh, dass Laos hinter uns liegt. In Hue gabs ausser einer grossen Zidadelle , die waehrend des Vietnamkriegs leider ordentliche Schaeden hinnehmen musste, nichts erwaehnenswertes zu sehen, also sind wir nach 3 Naechten nach Hoi An weiter gefahren. Diese Stadt duerfte die wahrscheinlich franzoesischtste Stadt in ganz Indochina sein. Die gesamte Altstadt sieht aus als ob man sie direkt, Stein fuer Stein aus Frankreich importiert haette. Ausserdem gibts hier fast mehr Franzosen als Vietnamesen. Aber nachdem wir mit einem defekten Gaszug an einem der 1000000000 vietnamesischen Mopeds so unsere kleinen Problemchen hatten (war nich schlimm, nur n paar Kratzer) sind wir weiter nach MuiNe. Die Strecke dahin haben wir in einem Nachtbus hinter uns gebracht, was uns bei einem kleinen Zwischenstopp in der Touristenmetropole Nhatrang die Gelegenheit gab endlich wieder in Meer zu springen! Die Strasse von Nhatrang nach MuiNe fuehrt fast durchgehend am Meer entlang und bietet einen wunderschoenen Blick. Die letzten Kilometer faehrt man dann durch eine Wustenlandschaft mitriesigen Duenen bis dann ploetzlich hinter den Sandbergen das Meer auftaucht. In MuiNe wollten wir eigentlich zuenftig meinen (Rainer) Geburtstag feiern. Mit Cocktails am Strand oder Pool und den ganzen Tag faulenzen. Aber nachdem uns dann beim ersten Bierchen in einem aeusserst freundlichen Ton mitgeteilt wurde das wir den Pool nur gegen einen "kleinen"Aufpreis benutzten duerften, haben wir kurzentschlossen ausgecheckt und sind direkt nach Ho Chi Minh City (Saigon) gefahren. Das hiess dann den halben Geburtstag in einem engen Bus zwischen schreienden Vietnamesen verbringen. Aber alles nich so schlimm, denn in Saigon konnte man herrlich Fruehschoppen machen. Obwohl wir schon gehoert hatten dass Saigon verkehrsmaessig absolut chaotisch sein soll, waren wir auf diese Mopedflut echt nicht vorbereitet. Hier faehrt alles und jeder Moped, von 10jaehrigen Jungs bis zur Oma und es wird so ziemlich alles mit ihnen transportiert was man noch so drauf und dran binden kann. Laufen tun hier nur Touris, wie wir. Ich hab das Gefuehl, dass 98% der in Japan hergestellten Mopeds direkt nach Saigon geliefert werden. Aber trotz den staendigen Staus und der radikalen Fahrweise der Vietnamesen komm es erstaunlich selten zu Unfaellen. Abgesehen vom Verkehr ist Saigon die geschaeftigste Stadt (nach Bangkok) in der wir bisher waren.
Da wir uns aus Kostengruenden leider nur ein 14 Tage Visum fuer Vietnam geleistet haben, und ich unbedingt noch das Mekong-Delta sehen wollte, sind wir nach 3 Tagen Saigon mit einer Touri-Bustour durchs Delta geduest. Eigentlich wollten wir sowas ja nich mehr machen aber uns blieb einfach keine andere Wahl, da die vietnamesichen Behoerden nicht so gut auf Visumsueberschreitungen wegen "Lost im Delta-Syndrom"zu sprechen sind. Am Ende wars aber gar keine schlechteWahl, da wir so echt ne Menge (Schwimmender Markt, Reisverarbeitung, Kokossuesigkeiten undundund) in relativ kurzer Zeit sehen konnten. Puenktlich zum 31. Juli (Ende unserer Visa) haben wir dann in MocBai die Grenze nach Kambodscha passiert und sind nach PhnomPenh (kambodschanische Hauptstadt) weiter gefahren. Von hier schreiben wir das hier gerade. Die Stadt hat allerdings eher wieder laotische Flair und Zustaende und ist deshalb nicht so sehenswert. Aus diesem Grund und weil wir die letzten
Wochen unserer Reise am Meer an irgendwelchen thailaendischen Traumstraenden verbringen wollten, starten wir morgen Richtung Angkor. Dort planen wir einen Aufenthalt zwischen 2 und 4 Tagen bevor wir dann wieder nach Thailand zurueckkehren.Da wir beide leider die Fotospeicherkarten mit Bildern vor dem Mekong-Delta im Zimmer vergessen haben, gibts halt nur ein Bild aus Saigon, eines aus dem Delta und eines aus PhnomPenh.
Ansonsten gehts uns beiden gut. Die laotischen Durchfaelle sind ueberstanden, die Rollerwunden sind annaehernd verheilt und die Hitze wird aufgrund der deutlich einsetztenden Regenzeit auch ertraeglicher.
1 Kommentar:
Hey Ihr zwei, wollt eigentlich schon die ganze Zeit mal schreiben, habs nur immer mal wieder verplant ;-)
Auf jeden Fall n cooler Block und es sieht mal nach nem richtig geilen Trip aus.
Ich wünsch euch auf jeden Fall noch ne Menge Spass und hey Rainer, die Weizen stehn schon kalt, es wird bald wieder zünftig im Zillertal
gruß michl
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